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Atemtherapie *
Nichts ist so natürlich wie das Atmen, sollte man
meinen. Leider ist es aber so, dass viele Menschen zu oberflächlich
und zu schnell atmen, weil sie sich nicht richtig entspannen können
und sich vor Angst oder unter Stress unwillkürlich verkrampfen.
Die Folge ist, dass der Organismus nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff
versorgt wird, was zu einer Vielzahl von physischen und psychischen
Problemen führen kann. Die Atemtherapie hat sich zum Ziel gesetzt,
den Patienten durch gezielte Übungen wieder zu einem natürlichen
Atemrhythmus zu verhelfen.
Negative Folgen einer falschen Atmung
Wenn man nicht tief genug atmet, sondern nur oberflächlich
ein- und unvollständig ausatmet, bekommen die Zellen des Körpers
- auch des Gehirns - weniger Sauerstoff, als sie zum optimalen Funktionieren
benötigen. Da auch weniger Kohlendioxid abgegeben werden kann,
steigt die Spannung in der Muskulatur an und man wird empfindlicher
gegenüber Schmerzen. Zudem lässt die körperliche
und geistige Leistungsfähigkeit nach, und es können sich
zudem Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Niedergeschlagenheit
und auch Schwierigkeiten mit der Verdauung einstellen.
Philosophie der Atemtherapie
Zwar ist das Atmen ein unwillkürlicher Vorgang, der über
das vegetative Nervensystem gesteuert wird, aber durch gezielte
Atemübungen ist es wiederum möglich, dieses vegetative
Nervensystem zu beeinflussen und zu harmonisieren. Da der Atem also
auch willentlich gesteuert werden kann, ist er es, der die bewussten
und unbewussten Bereiche im Menschen miteinander verknüpft.
Vor allem nach östlicher Auffassung ist der Atem zudem noch
weit mehr als die bloße Aufnahme von Sauerstoff: Er ist Prana,
also kosmische Energie; und mit dieser Energie werden Körper
und Geist mit jedem Atemzug verbunden.
Varianten der Atemtherapie
Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen Formen der Atemtherapie,
wovon die wichtigsten westlichen Methoden von Graf Dürckheim,
Stanislav Grof und Ilse Middendorf stammen. Aus dem östlichen
Kulturkreis kennt man das Qigong und das Pranayama.
Ziel aller Atemtherapien ist die Harmonisierung von Atem, Körper
und Geist, wobei jeweils noch eigene Akzente gesetzt werden: So
geht es bei Grof zum Beispiel um die Verbindung zum Höheren
Selbst, bei Middendorf um die Wechselwirkung zwischen Atem und Empfindung
und bei Dürckheim um die erfahrbare Einheit von Leib und Psyche.
Die Übungen, die zur Anwendung kommen, bestehen zum Teil im
einfachen Beobachten des Atems, ohne diesen zu beeinflussen, zum
anderen Teil aber in willentlichen Atemübungen wie der Bauchatmung
oder der Wechselatmung.
Anwendungsgebiete der Atemtherapie
Vielen Asthmatikern und Patienten mit Bronchialerkrankungen kann
die Atemtherapie dabei helfen, durch spezielle Techniken die Phase
des Ausatmens zu verlängern, so dass die Bronchien sich entkrampfen
können.
Die Atemtherapie wird aber auch zum Abbau von Stress und Ängsten
mit Erfolg eingesetzt. Auch ist sie hilfreich als Entspannungstechnik
und als Mittel zur Beruhigung von Körper und Geist.
Kurse zur Atemtherapie bieten unter anderem die Volkshochschulen
an. Wenn der Arzt eine Atemtherapie verordnet, übernehmen die
Krankenkassen die Kosten.
* Für Angaben auf dieser Website wird keine Haftung
übernommen. Die bereitgestellten Informationen stellen keine
medizinische Beratung dar. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren
Hausarzt.
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