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Ausleiten als heilpraktisches Verfahren
Das Ausleiten ist ein heilpraktisches Verfahren, das
bis auf den griechischen Arzt Hippokrates zurückgeht, der um
400 v. Chr. lebte. Hippokrates ging davon aus, dass ein Mensch dann
gesund ist, wenn seine Körpersäfte die richtige Mischung
aufweisen. Sogenannte schlechte Säfte, die sich durch eine
falsche Ernährung oder Funktionsschwächen wichtiger Organe
im Körper ansammeln können, können auf die Dauer
zu Gelenkbeschwerden, Kopfschmerzen, Herzschwäche und Abgeschlagenheit
führen. Den Organismus von einem Übermaß schädlicher
Säfte zu befreien, ist der Sinn der verschiedenen Ausleitverfahren,
die heute vor allem von Heilpraktikern angewendet werden.
Die verschiedenen Ausleitverfahren
Ausleiten bedeutet so viel wie den Organismus von Giften, Schadstoffen
und Stoffwechselschlacken zu befreien, die sich entweder auf Grund
falscher Ernährungsweisen (zu viel Alkohol, Nikotin, Kaffee,
Zucker usw.), oder auf Grund von Funktionsschwächen der Leber,
der Nieren, der Haut, der Lunge oder des Darms in ihm angesammelt
haben, und die er ohne Hilfe nicht mehr ausscheiden kann.
Man kann die verschiedenen Ausleitverfahren in drei große
Gruppen unterteilen:
Ausleitverfahren über die Haut
- Schwitzbäder: Hierbei macht man sich den Effekt des Schwitzens
zunutze, um auf diese Weise zugleich mit dem Schweiß schlechte
Körpersäfte über die Haut abzuleiten. Schwitzbäder
werden auch eingesetzt, um das Immunsystem zu stärken.
- Baunscheidtverfahren: Bei Muskelverspannungen und Gelenkschmerzen
hat sich das Baunscheidtverfahren bewährt, bei dem man der
Haut mit Hilfe eines Nadelkissens kleine Stiche versetzt, die anschließend
mit Öl eingerieben werden. Dieser Hautbereich, der sich rötet
und Bläschen entwickelt, wird dadurch stärker durchblutet,
was zur Folge hat, dass mehr Giftstoffe ausgeschieden werden können.
- Cantharidenpflaster: Dieses Pflaster, das mit der Substanz aus
dem Blasenkäfer beschichtet ist, wird bei Rheuma, Ischias und
chronischen Entzündungen verwendet. Unter dem Pflaster bildet
sich nach einem Tag eine Blase, in der sich schädliche Stoffwechselschlacken
ansammeln, die der Heilpraktiker dann entfernt.
Ausleitverfahren über Darm und Nieren
Diese Form des Ausleitens ist die am weitesten verbreitete. Man
kennt sie als Begleitmaßnahme jeder Fastenkur, die damit beginnt,
dass man seinen Darm mit Hilfe von Heilpflanzen, Bittersalzen oder
Einläufen gründlich von allen Stoffwechselresten reinigt.
Die Nierenfunktion wird durch reichliches Trinken von Wasser und
Tees angeregt.
Ausleitverfahren über das Blut
- Schröpfen: Das Schröpfverfahren wird oft bei Beschwerden
im Kopfbereich eingesetzt, sowie bei Rücken- und Muskelschmerzen
und Erkrankungen der inneren Organe. Bei diesem Ausleitverfahren
erzeugt man mit Hilfe eines Schröpfglases einen Unterdruck
auf der Haut, der auch das in ihr fließende Blut ansaugt.
Durch einen kleinen Stich in die Haut können so schädliche
Schlackenstoffe ausgeleitet werden.
- Aderlass: Beim Aderlass entnimmt man etwa 100 - 300 ml Blut, das
der Körper durch frisches und reines Blut wieder ersetzt.
- Blutegel: Bei Migräne, Krampfadern und Hämorriden bedienen
sich Heilpraktiker häufig der Blutegeltherapie. Dabei werden
Blutegel auf die betreffende Hautstelle gesetzt und etwa eine Stunde
dort gelassen, bis sie sich mit Blut vollgesogen haben und abfallen.
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