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Phytotherapie - Pflanzenheilkunde
Die Phytotherapie oder Pflanzenheilkunde beschäftigt
sich mit der Wirkung von Pflanzenstoffen auf den kranken Menschen.
Unabhängig vom jeweiligen Medizinsystem gehört die Phytotherapie
zu den elementaren Grundlagen der verschiedenen Heilmethoden. Die
Wirkstoffe der Heilpflanzen werden in Form von Tees, Bädern,
Tinkturen und Inhalationen aufgenommen und können bei innerlicher
oder äußerlicher Anwendung zur Genesung beitragen.
Geschichte der Phytotherapie
Alte Aufzeichnungen über die Heilkraft bestimmter Pflanzen
existieren aus dem Alten Ägypten, Persien, China und vielen
anderen Ländern. Die ältesten Dokumente sind 6000 Jahre
alt. Für den westlichen Kulturkreis ist besonders Hippokrates
hervorzuheben, der sich um 500 v. Chr. ebenfalls mit der Heilwirkung
der verschiedenen Pflanzen beschäftigte. Bis heute wegweisend
sind auch die Erkenntnisse von Paracelsus und der Heiligen Hildegard
von Bingen. Viel verdankt die Pflanzenheilkunde auch Pfarrer Sebastian
Kneipp so wie Dr. Rudolf Fritz Weiß, der den ersten Lehrstuhl
für Phytotherapie in Deutschland errichtete.
Behandlungsweise bei der Phytotherapie
Die Heilkraft der Pflanzen kann man sich auf ganz unterschiedliche
Art zunutze machen:
- durch Kräutertees, wobei je nach Pflanze Blätter,
Blüten, Samen oder Wurzeln verwendet werden können
- durch Bäder, bei denen man dem Badewasser größere
Mengen Kräutertee zusetzt
- durch Gurgellösungen, wobei man den Mund mit Kräutertee
entweder nur ausspült oder damit gurgelt
- durch Inhalationen, wobei der Dampf der mit kochendem Wasser übergossenen
Kräuter eingeatmet wird
- durch Umschläge, bei denen in Kräutertee getränkte
Tücher verwendet werden
- durch Tinkturen, für die die Kräuter mit Alkohol versetzt
werden
- durch Heilpflanzen in Form von Salben, Pulver, Tropfen
oder Tabletten, wie man sie auch in Apotheken und Drogerien erhalten
kann.
Wirkungsweise der Phytotherapie
Dass viele Pflanzen eine heilende Wirkung entfalten, verdanken sie
ihrer sehr komplexen Zusammensetzung. So finden sich in ihnen nicht
nur Gerb- und Bitterstoffe so wie ätherische Öle, sondern
auch Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente und eine Fülle
anderer Inhaltsstoffe, deren Wirkweise die Wissenschaftler erst
allmählich entdecken. Die aus den alten Schriften bekannten
Heilpflanzen werden heutzutage nach wissenschaftlichen Methoden
untersucht und auf ihre Wirksamkeit hin überprüft. Bei
vielen Pflanzen hat sich die ihnen zugesprochene Heilkraft bestätigt,
so dass die Phytotherapie allgemein als empfehlenswerte Heilmethode
angesehen wird. Vor allem bei leichten und mittelschweren Erkrankungen
können pflanzliche Heilmittel erfolgreich eingesetzt werden.
Dies erfolgt entweder als alleinige Therapie oder als komplementärmedizinische
Methode.
Anwendungsgebiete der Phytotherapie
Die Phytotherapie kann bei vielen Beschwerden angewandt werden und
ist Grundlage der meisten Hausrezepte. So hilft die Heilkraft der
Kräuter bei Erkältungskrankheiten, Atemwegsbeschwerden,
Verdauungsproblemen, Frauenleiden, Müdigkeit, Schlafstörungen,
Magenschmerzen, Kreislaufproblemen und Blasenleiden. Auch Hauterkrankungen
und kleinere Verletzungen wie Verstauchungen und Prellungen lassen
sich pflanzlich gut behandeln.
Die Phytotherapie wird oft in Form einer Selbstbehandlung
durchgeführt. Da aber auch Pflanzen Inhaltsstoffe besitzen,
die über einen längeren Zeitraum eingenommen, unerwünschte
Nebenwirkungen zeigen können, sollte bei längeren Erkrankungen
immer ein Arzt oder Heilpraktiker zu Rate gezogen werden.
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